GoPro HERO13 Black oder DJI Osmo Action 5 Pro: Welche Actionkamera passt?

Beide Kameras passen in eine Jackentasche, beide filmen unter Wasser und beide gleichen Wackler so gut aus, dass Aufnahmen vom Fahrrad ruhig wirken. Getrennt werden sie an zwei Stellen: die eine löst höher auf und hat das größere Zubehörsystem, die andere hat den größeren Sensor und die längere Akkulaufzeit.
Wer die Klasse noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den Actionkameras. Hier stehen die GoPro HERO13 Black und die DJI Osmo Action 5 Pro mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die GoPro HERO13 Black, wenn Auflösung und Zubehör zählen5,3K bei 60 Bildern, 27 Megapixel im Foto, aufsteckbare Objektive mit automatischer Erkennung und ein Sichtfeld von bis zu 177 Grad
- Die DJI Osmo Action 5 Pro, wenn lange gefilmt wird und es dämmertSensor im Format 1/1,3 Zoll, bis zu vier Stunden Akku, zwei OLED-Touchscreens und Funkmikrofone ohne zusätzlichen Empfänger
- Beide sind wasserdicht, beide stabilisieren in jeder Auflösung und beide nehmen Hochformat für Social Media auf
Die zwei Kandidaten
GoPro HERO13 Black
5,3K, Wechselobjektive, 27 MP
DJI Osmo Action 5 Pro
Großer Sensor, vier Stunden Akku
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | GoPro HERO13 Black | DJI Osmo Action 5 Pro |
|---|---|---|
| Höchste Videoauflösung | 5,3K bei 60 Bildern | 4K |
| Fotoauflösung | 27 MP | keine Angabe |
| Sensorgröße | keine Angabe | 1/1,3 Zoll |
| Stabilisierung | HyperSmooth in jeder Auflösung | 360 Grad HorizonSteady |
| Digitale Bildwinkel | fünf, von Linear bis Ultraweit | keine Angabe |
| Aufsteckobjektive | HB-Serie mit automatischer Erkennung | keine Angabe |
| Größtes Sichtfeld | bis 177 Grad mit Lens Mod | keine Angabe |
| Zeitlupe | bis 13-fach verlangsamt | keine Angabe |
| Akkulaufzeit | keine Angabe | bis 4 Stunden |
| Displays | keine Angabe | zwei OLED-Touchscreens |
| Motivverfolgung | keine Angabe | ja, in 16:9 und 9:16 |
| Funkmikrofon | keine Angabe | DJI Mic direkt, ohne Empfänger |
| Hochformat ohne Drehen | ja | ja, 9:16 im Bildausschnitt |
| Wasserdicht | bis 10 m | ja |
| Akku im Lieferumfang | Enduro-Akku | ja |
| Halterung dabei | Klebehalterung und Clip | Standardzubehör |
| Gewicht laut Handel | rund 183 g mit Zubehör | rund 146 g |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich: GoPro nennt für diese Ausführung weder Sensorgröße noch Akkulaufzeit oder Displayzahl, DJI macht keine Angabe zu Fotoauflösung, digitalen Bildwinkeln und Zeitlupenfaktor; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Eigenschaft nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass sie fehlt. Die hier verwendete GoPro ist die Ultra Wide Edition, die dieselbe Kamera mit beigelegtem Ultraweit-Objektiv enthält; die Angabe zur Wasserdichtigkeit bis zehn Meter stammt aus dem Datenblatt der Standardausführung desselben Modells. Die Handelsgewichte sind gerundete Angaben einschließlich Verpackung und beiliegendem Zubehör und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert an der Halterung. Die weiter unten gerechneten Werte zu Bildausschnitt, Datenmenge und Sensorfläche beruhen auf diesen Angaben und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wofür die höhere Auflösung wirklich gut ist
Die Rechnung mit dem Bildausschnitt
5,3K sind rund 5312 Bildpunkte in der Breite, 4K sind 3840. Das ist knapp die Hälfte mehr in der Breite und rund neunzig Prozent mehr Bildpunkte insgesamt.
Auf dem Fernseher sieht man davon wenig, weil kaum ein Gerät mehr als 4K darstellt. Der Gewinn liegt woanders: Aus einer 5,3K-Aufnahme lässt sich ein 4K-Ausschnitt herausschneiden und dabei um den Faktor 1,4 heranzoomen, ohne Schärfe zu verlieren.
Das ist genau der Fall, der bei Actionaufnahmen ständig auftritt, weil die Kamera am Helm oder am Lenker klebt und der Bildausschnitt nicht wählbar ist.
Praktisch heißt das: Wer schneidet und nachträglich ausrichtet, gewinnt mit der höheren Auflösung Spielraum. Wer die Clips unbearbeitet auf das Handy legt, bekommt lediglich größere Dateien.
Wie viel Speicher vier Stunden brauchen
Die Rechnung mit der Datenmenge
4K-Material mit sechzig Bildern liegt je nach Einstellung bei rund hundert Megabit in der Sekunde. Das sind etwa fünfundvierzig Gigabyte pro Stunde.
Vier Stunden Aufnahme füllen damit rund hundertachtzig Gigabyte. Eine Speicherkarte mit hundertachtundzwanzig Gigabyte ist also vor dem Akku am Ende, nicht umgekehrt.
In der höheren Auflösung steigt die Datenrate weiter, und die Karte muss die Schreibgeschwindigkeit dauerhaft halten, nicht nur in der Spitze. Genau daran scheitern billige Karten mitten in der Abfahrt.
Praktisch heißt das: Wer einen ganzen Tag draußen filmt, plant zwei Karten und einen Ersatzakku ein. Die angegebene Laufzeit nützt nur, wenn der Speicher mithält.
Was ein größerer Sensor in der Dämmerung bringt
Die Rechnung mit der Sensorfläche
Ein Sensor im Format 1/1,3 Zoll misst grob 9,6 mal 7,2 Millimeter, also rund neunundsechzig Quadratmillimeter. Kleinere Formate in dieser Geräteklasse liegen eher bei vierzig.
Das ist etwa siebzig Prozent mehr Fläche und damit knapp eine Blendenstufe mehr Licht. Praktisch bedeutet das: Wo die kleinere Kamera in der Dämmerung auf ISO 3200 hochgeht, reicht der größeren ISO 1600.
Sichtbar wird das nicht in der Helligkeit, sondern im Bildrauschen und in der Farbtreue, vor allem bei Straßenlaternen und im Wald kurz vor Sonnenuntergang.
Praktisch heißt das: Bei Sonne nehmen sich beide nichts, dort begrenzt das Objektiv und nicht der Sensor. Wer abends, in der Halle oder unter Wasser filmt, sieht den Unterschied sofort.
Wofür welche Kamera reicht
Wie sich die GoPro im Einzelnen schlägt, steht im Test der GoPro HERO13 Black. Für den Transport lohnt der Blick auf die Kamerarucksäcke, und wer Luftaufnahmen dazunehmen will, findet die Übersicht bei den Drohnen.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die GoPro spricht
- 5,3K bei sechzig Bildern in der Sekunde
- Siebenundzwanzig Megapixel im Foto
- Aufsteckobjektive, die die Kamera selbst erkennt
- Bis zu 177 Grad Sichtfeld mit dem Ultraweit-Modul
- Zeitlupe bis dreizehnfach verlangsamt
Für die DJI spricht
- Sensor im Format 1/1,3 Zoll für dunkle Szenen
- Bis zu vier Stunden Aufnahmezeit
- Zwei OLED-Touchscreens
- Motivverfolgung in Quer- und Hochformat
- Funkmikrofon ohne zusätzlichen Empfänger
Die beiden Kameras zielen auf unterschiedliche Arbeitsweisen. Die GoPro ist auf das Nachher ausgelegt: viel Auflösung, viele Bildwinkel, ein Zubehörsystem, das über Jahre gewachsen ist, und ein Bild, aus dem sich am Schneidetisch noch etwas holen lässt. Die DJI ist auf das Währenddessen ausgelegt: Sie läuft länger, zeigt das Bild auf beiden Seiten, hält das Motiv selbst in der Mitte und nimmt den Ton direkt vom Funkmikrofon. Wer Material sammelt und daraus abends etwas baut, greift zur ersten. Wer möglichst fertige Clips vom Tag mitbringen will, zur zweiten.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Actionkameras
Welche Speicherkarte brauche ich?
Eine Karte, die die Schreibrate dauerhaft hält, nicht nur kurz in der Spitze. Auf die Angabe zur anhaltenden Schreibgeschwindigkeit achten und die Karte in der Kamera formatieren, nicht am Rechner. Wer den ganzen Tag filmt, nimmt zwei kleinere Karten statt einer großen, dann ist bei einem Defekt nicht alles weg.Halten die Kameras auch ohne Gehäuse Wasser aus?
Bis zu einer vom Hersteller genannten Tiefe ja, das gilt für Regen, Schnee und Schwimmen. Zum Tauchen gehört ein Gehäuse dazu, das zusätzlich das Objektiv vor Druck schützt. Nach dem Salzwasser sollte die Kamera in klarem Wasser gespült werden, sonst kristallisiert Salz in den Dichtungen.Warum werden die Kameras im Betrieb so warm?
Weil ein Sensor mit hoher Auflösung und starker Stabilisierung viel Rechenleistung braucht und das Gehäuse klein ist. In der Sonne und ohne Fahrtwind schalten Actionkameras deshalb irgendwann ab. Abhilfe schafft eine niedrigere Auflösung, ein Standort im Schatten und ein Gehäuse, das nicht zusätzlich isoliert.Reicht das eingebaute Mikrofon?
Für Umgebungsgeräusche ja, für Sprache selten. Ab etwa fünfzehn Kilometern in der Stunde übertönt der Fahrtwind alles andere. Wer sich selbst kommentieren will, braucht ein Windschutz oder ein Funkmikrofon, und dort ist die direkte Verbindung ohne Empfänger ein echter Vorteil.Wie bekomme ich ruhige Aufnahmen vom Fahrrad?
Die Halterung entscheidet mehr als die Stabilisierung. Am Lenker überträgt sich jeder Schlag ungefiltert, am Helm oder am Brustgurt federt der Körper mit. Zusätzlich hilft ein Bildwinkel, der nicht ganz am Rand liegt, weil die Stabilisierung Reserve am Bildrand braucht.Die Entscheidung in einem Satz
GoPro HERO13 Black Ultra Wide Edition wasserdichte Action-Kamera
Wer sein Material schneidet, nachträglich ausrichtet und dabei Perspektiven wechseln will, ist mit der HERO13 Black besser bedient, weil 5,3K bei sechzig Bildern beim Zuschneiden Reserve lässt, fünf digitale Bildwinkel und das aufsteckbare Ultraweit-Objektiv mit bis zu 177 Grad den Blick verändern und Zeitlupen bis dreizehnfach möglich sind. Die DJI Osmo Action 5 Pro ist die richtige Wahl, wenn lange Tage und dunkle Szenen die Regel sind: Ihr Sensor im Format 1/1,3 Zoll holt in der Dämmerung knapp eine Blendenstufe mehr, bis zu vier Stunden Laufzeit überstehen eine Tour und das Funkmikrofon spricht ohne Empfänger direkt in die Kamera. Vor beiden steht die Frage nach zwei Speicherkarten.



